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22.12.2016

Themenmix Heft 4/2016

Gratulation zum Themenmix im Truppendienst 4/2016 und der Spezialausgabe WK I. Klimawandel - wichtig darüber grundsätzliches zu wissen, weil die Auswirkungen (Dürre, Wüste, Missernten...) auch zu Konflikten führen. Verteidigung von Gruppe bis zur Kompanieebene - dieses Wissen und die zugehörigen Fertigkeiten müssen von jeder Soldatengenerationen erneut erworben werden.

Überlegungen zur Operationsplanung in Österreich - sehr gut. Dazu die Katastrophenvorsorge "Black Out". Der Führungssimulator an der Milak - wichtig für die Stabsausbildung - selbst die frühere Version um 2000 erlebt. Und als ehemaliger Milizoffizier (LWB 711, JgB26, 7. JgBrig 1980-2005) freue ich mich, dass auch die Bundesheerführung die mutwillige Demontage des österreichischen Reserveheeres aus Berufsdünkeln (Berufsoldat gut - Reservesoldat schlecht), keine Truppenübungen mehr, keine modernen Kampfhelme für Reservisten (auch noch nicht im Jahr 2015) usw. der letzten 20 Jahre eingestellt hat. Es gibt halt doch noch Aufgaben, bei denen reine Kaderpräsenzkräfte in der Stärke von etwa 5000 Soldaten für Österreich nicht ausreichen - wie die Migrationskrise gezeigt hat. Auch Objektschutz wird bei der laufenden Terrorbedrohung durch islamistische Schläfer nicht an Bedeutung verlieren. Da braucht man rasch einmal 30.000 Soldaten um diese durchzuführen - das kann sich Österreich bei Bedarf nur durch einen Mix von Berufs- und Reserveeinheiten leisten - Daher freut es mich wieder Pläne für eine Miliz-Jägerkompanie WOLFSBERG oder VÖLKERMARKT zumindest in den Überlegungen zu sehen.

Und der Truppendienst ist so wichtig und aktuell für das Bundesheer wie in der Aufbauphase des 20.JH. Gratulation dem gesamten Team - weiter so. Glück auf!

Nikolaus Sifferlinger, Major der Reserve 


29.11.2016

Sicherheit auf Knopfdruck?

Die Sicherheit der Republik Österreich ist nur soweit gewährleistet, wie dafür Vorsorge getroffen wurde. Gerade beim Österreichischen Bundesheer (ÖBH) waren die Vorsorgen und Anstrengungen der Vergangenheit von rigorosen Einsparungen und Kürzungen mit halbherzigen Bekenntnissen zur Landesverteidigung geprägt. Welche Auswirkungen eine vernachlässigte Vorsorge haben kann, musste das Land im Zuge der Flüchtlingsbewegungen im vergangenen Jahr beängstigend wahrnehmen.

Es scheint das Aufwachen in letzter Sekunde zu sein, wenn das ÖBH nun sowohl personell als auch finanziell gestärkt wird. Dem Staatsbürger, aber auch den politisch Verantwortlichen muss jedoch klar sein, dass diese Maßnahmen nicht über Nacht greifen können. Die beabsichtigte, dringend notwendige Erhöhung des Personalstandes im ÖBH wäre einerseits durch mehr Präsenzdiener und andererseits durch mehr Berufssoldaten zu erreichen. Die Zahl der Präsenzdienerzahl sinkt seit Jahren und die demographischen Entwicklungen weisen auf eine weitere Reduktion hin. Somit bleibt, um die künftig geforderten Sicherheitsaufgaben für das Land zu erbringen, nur die Option der Aufstockung des Berufskaders.

Die intensive Personalwerbung ist hierbei noch die am leichtesten zu bewältigende Herausforderung. Der wirkliche Kraftakt ist die Ausbildung von Berufssoldaten für deren Verwendung. Das umfassende soldatische Handwerk des Soldaten lässt sich nicht über Nacht vermitteln. Um im Einsatz unter Extremsituationen zu bestehen, bedarf es Fertigkeiten und Kenntnisse, die sowohl die Durchsetzung eines Auftrages, als auch das Überleben des Soldaten sichern. Das geht nicht von heute auf morgen.

Kurz gesagt: die Stärkung der Sicherheitskräfte, vor allem des Bundesheeres, benötigt Zeit. Die vermeintlich beruhigende Meinung, dass die massive Personalverstärkung von heute schon genügt, um morgen ein starkes Bundesheer zu erhalten, ist trügerisch. Es bleibt zu hoffen, dass die internationalen Entwicklungen dem ÖBH die notwendige Zeit geben, um es so auszubauen, wie es mögliche Einsatzszenarien der Zukunft erfordern.

Vizeleutnant Franz Peer; Kommandounteroffizier der 4. Panzergrenadierbrigade.


23.09.2016

Gedanken über eine Gefechtsfeld-Fliegerabwehr


Sicherheitslage

Militärstrategisches Konzept: „Moderne Konfliktaustragung ist durch die kombinierte, flexible Verwendung von konventioneller und irregulärer Kriegsführung, Informations- und Cyber-Kriegsführung, Terrorismus und Kriminalität geprägt („hybride“ Kriege bzw. Konflikte)“.

Teilstrategie Verteidigungspolitik: „Eine unmittelbare konventionelle militärische Bedrohung des österreichischen Staatsgebietes ist zumindest mittelfristig nicht absehbar. Zu berücksichtigen sind aber ein konventionelles Restrisiko sowie aktuelle und mögliche künftige bewaffnete Auseinandersetzungen mit militärischen Mitteln im Umfeld der EU“. Bei den gegenwärtigen militärischen Konflikten in der Ukraine, in Syrien und im Irak spielt die Luftbedrohung eine wichtige Rolle.

Österreich geht bei der Einschätzung der Sicherheitslage - wie übrigens die meisten europäischen Staaten - von einem Konflikt niedriger Intensität aus. Nur einige europäische Länder sind für eine kollektive Verteidigung ausreichend gerüstet. So kommt es, dass nur wenige Streitkräfte eine mobile Gefechtsfeld-Fliegerabwehr besitzen, obwohl auch bei eigener Luftüberlegenheit mit Luftangriffen im unteren Höhenbereich zu rechnen ist.

Die Gefechtsfeld-Fliegerabwehr soll die vorhandene Fliegerabwehr nicht ersetzen sondern ergänzen, um eine sichtbare Lücke des Truppenschutzes zu schließen. Eine „one size fits all“-Lösung, die allen Bedrohungen gerecht wird, ist nicht am Markt. Europas Streitkräfte können den oberen Luftraum durch fliegende und weitreichende bodengebundene Luftverteidigungsmittel relativ gut beherrschen, was fehlt ist eine mobile mechanisierte Flugabwehr am Gefechtsfeld.

Gefechtsfeld-Fliegerabwehr
Wie könnte eine mobile Gefechtsfeld-Fliegerabwehr aussehen und welche Fähigkeiten sind notwendig, um die geforderten Aufgaben erfüllen zu können? Als Waffenplattform dient ein leicht gepanzertes Geländefahrzeug 6x6 mit einer Abschussvorrichtung für 4 Mistral-Flugkörper. Ferner benötigt die Werfereinheit kreiselstabilisierte Tag/Nacht-Sensorik, Laserentfernungsmesser, GPS, Freund-Feinderkennung, vier schussfertige Mistral-Flugkörper und weitere Flugkörper am Fahrzeug.

Die Gefechtsfeld-Fliegerabwehr soll Konvois, mechanisierte Einheiten, luftbewegliche Truppen und kritische Infrastruktur vor Bedrohungen aus der Luft schützen. Hierzu zählen Jagdbomber, Hubschrauber, Drohnen und Flugkörper aller Art. Außerdem soll das Waffensystem so ausgelegt sein, dass es auch terroristische Bedrohungen aus der Luft abwehren kann. Beim Einsatz von Abstandswaffen sind die Lenkflugkörper und Lenkbomben zu bekämpfen, da bei diesem Verfahren die Kampfflugzeuge außerhalb der Reichweite der Gefechtsfeld-Fliegerabwehr fliegen.

Anforderungen
Um diese Aufgaben erfüllen zu können ist eine Einsatzschussweite von sechs km bei einer Flughöhe bis zu vier km notwendig. Die Werfereinheit muss Luftziele autonom oder nach einer Zielzuweisung von einem mit Radar ausgestatteten Batteriegefechtsstand (Mistral Coordination Post /MCP) bekämpfen können. Das Radar des MCP hat eine Reichweite von 25 km; sechs Werfereinheiten bilden eine Fliegerabwehrbatterie. Als Bataillonsführungsgefechtsstand könnte man das im österreichischen Bundesheer eingeführte Zielzuweisungsradar der Firma Thomson verwenden.

Das Waffensystem für die Gefechtsfeld-Fliegerabwehr muss folgende technische Anforderungen erfüllen:

  • Verladbarkeit in Transportflugzeug C-130;
  • Allwettereinsatz- und Nachtkampffähigkeit;
  • Hohe ECM-Festigkeit (elektronische Gegenmaßnahmen; Anm.). ;
  • Kurze Reaktionszeit und rascher Zielwechsel;
  • Mobilität am Gefechtsfeld entsprechend der zu schützenden Truppe; 
  • Schutz der Bedienung gegen Splitter und Beschuss aus Infanteriewaffen;
  • Einsatzfähigkeit im multinationalen Rahmen;
  • geringer logistischer Aufwand.


Die Basis für ein leichtes, mobiles Gefechtsfeld-Fliegerabwehrsystem bildet der Multi-Purpose Combat System (MPCS)-Turm mit integrierten Lenkflugkörpern Mistral. Die Komponenten sichern die Fähigkeit zur Luftzielentdeckung und Kampfführung sowie Wirkung gegen das aktuelle und zukünftige Bedrohungsspektrum im Nahbereich. Durch den modularen Aufbau können sie ohne großen Aufwand auf unterschiedliche Plattformen integriert werden.

Hafeet ADV

Kurt Gärtner, Oberst i.R.


17.08.2016

Leserbrief zu: TD 2/2016 - Thema: Verteidigung von Major Markus Ziegler


Bundesheer Neu – wird auf die Fliegerabwehr wieder vergessen?
Im Heft Truppendienst 2/2016 werden im Artikel „Bewegliche Einsatzführung in der Verteidigung (Teil 2)“ die gegnerischen Luftangriffsmittel, wie Jagdbomber, Erdkampfflugzeuge, Kampfhubschrauber und Panzerabwehrhubschrauber, sehr gut charakterisiert. Der Verfasser des Beitrages Major Markus Ziegler vergisst auch nicht auf die eigene Fliegerabwehr für die Selbstverteidigung gegen feindliche Luftangriffe und unterstreicht auch die Bedeutung von Fliegerabwehr-Kräften: „Eigene Fliegerabwehr hat Stellungspriorität vor der Kampftruppe.“

Wie ich aus Medien erfahren konnte, werden künftig alle mechanisierten Truppen in der 4. Panzergrenadierbrigade zusammengefasst. Zu den Bataillonen an den Standorten Hörsching, Wels, Ried/I., Allentsteig und Horn kommt noch das Panzergrenadierbataillon 35 in Großmittel dazu. Damit wären alle mechanisierten Kräfte in einer „schweren Brigade“ gebündelt. Wo bleibt aber die mechanisierte Fliegerabwehr?

Nach internationalem Standard müsste in eine mechanisierte Brigade ein Flugabwehrbataillon integriert werden. Selbst wenn man annimmt, dass die mechanisierte Brigade unter einem Luftschirm der NATO operiert, wären Fliegerabwehr-Kräfte für die Abwehr von im Tiefflug angreifenden Luftfahrzeugen notwendig. Ohne Flugabwehr sind Fahrzeuge aller Art eine leichte Beute für Jagdbomber, Erdkampfflugzeuge und Panzerabwehrhubschrauber. Die Notwendigkeit einer mechanisierten Flugabwehr wurde offensichtlich im Bundesheer erkannt, doch es fehlte bisher an der organisatorischen Umsetzung.

Daher bleibt der Kampftruppe nur eines übrig: Der Schutz gegen die Bedrohung aus der Luft ist grundsätzlich planerisch zu berücksichtigen. Lageabhängig müssen diese Aufgaben im multinationalen Einsatz durch andere Kräfte übernommen werden. Ich würde mich nicht darauf verlassen.

Kurt Gärtner, Oberst i.R. (war sechs Jahre Kommandant des Fliegerabwehrbataillons 13)


05.04.2016

Leserbrief zu: TD Ausgabe 6/2015 - Thema: „… sie funktionieren immer noch“ von Oberst Mag. Christian Langer


Attraktiver Wehrdienst
Nach der Volksbefragung zur Wehrpflicht hat das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport beschlossen, den Wehrdienst attraktiver zu gestalten. Eine Vielzahl von Maßnahmen - über 180 Punkte - und Vorhaben wurden erarbeitet, um den Wehrdienst attraktiver zu gestalten.

Das aktuelle Umsetzungsergebnis ist bekannt. Einiges konnte realisiert werden, manche Maßnahmen sind in Umsetzung. Viele Vorhaben konnten, bedingt durch fehlende Mittel, noch nicht realisiert werden. Diese Situation ist zwar nicht zufriedenstellend, jedoch kein Grund, die Absicht und das Vorhaben als gescheitert zu beurteilen.

Ganz im Gegenteil. Die Maßnahmen zur Attraktivierung des Wehrdienstes ermöglichten unter anderem die systemische Befragung der Präsenzdiener zu diesem Thema. Die Ergebnisse dieser Befragung brachten manche Überraschung. Beispielsweise weiß man nun, belegt durch tausende Rückmeldungen der Grundwehrdiener, dass die Gruppenkommandanten bei den Auszubildenden das höchste Vertrauen genießen. Die ihnen anvertrauten jungen Staatsbürger bescheinigen das mit beinahe hundertprozentiger Zustimmung. Das ist höchst erfreulich und darf nicht kleingeredet oder uminterpretiert werden. Diese positive Erkenntnis sollte das Bundesheer nicht nur freudig annehmen, sondern nutzen.

Ein weiteres Ergebnis ist die Beantwortung der allgegenwärtigen Frage nach der Motivation für den Dienst als Soldat. Dieses gilt für das Kaderpersonal, wie für Grundwehrdiener.

Die Sinnfindung in einer Aufgabe und Tätigkeit ist der Schlüssel für Motivation. Wird der Sinn erkannt, ist die Motivation gegeben. Dabei ist es nicht entscheidend, wo der Grundwehrdiener in welcher Funktion seinen Dienst verrichtet. Wo ihm ein Sinn vermittelt wird und er diesen erkennt, werden störende und demotivierende Umstände zu vernachlässigbaren Begleitumständen. Diese Erkenntnis ist durch die Auswertung belegt. Sie sollten jeden Kadersoldaten zum Nachdenken und vielleicht auch zum Umdenken anregen.

Die aktuelle Flüchtlingssituation und die, in der Bewältigung dieser Herausforderung zu erbringenden Leistungen, machen den Wehrdienst für die eingesetzten Soldaten sinn- und wertvoll. Präsenzdiener können als Helfer und Unterstützer mehr leisten als nur Schutz und Hilfe für Menschen in Not. Sie unterstützen und ermöglichen, dass Profis ihre herausfordernde Tätigkeit an den Grenzstellen erfüllen können.

Viele Grundwehrdiener tragen mit ihrer Leistung entscheidend zur erfolgreichen Auftragserfüllung bei. Diese oft zu wenig beachtete Leistung ist Teil der Gesamtleistung des Bundesheeres für Menschen in Not, den Staat und die Gesellschaft. Ihre Tätigkeit macht Sinn, ist wertvoll und unverzichtbar. Die Attraktivierung des Wehrdienstes findet dadurch - heute mehr denn je - statt. 

Vizeleutnant Franz Peer, Kommandounteroffizier der 4.PzGrenBrig


05.04.2016

Leserbrief zu: TD Ausgabe 6/2015 - Thema: „… sie funktionieren immer noch“ von Oberst Mag. Christian Langer

Mit Tiefenpsychologie, kann ich nicht aufwarten; eher schon mit meiner Lebens- und Berufserfahrung als Soldat. Was habe ich zum „Funktionieren“ des Kaders im ÖBH zu sagen? 

Ich blende zurück in meine Aktivzeit. Der Soldat im klassischen Sinn, ohne die Funktion und Tätigkeiten der Stäbe abzuwerten, ist für mich der Soldat „draußen - am Mann“. Von ihm gehe ich aus. Es ist für mich das Kriterium schlechthin, wenn der Vorgesetzte, gleich welchem Dienstgrad und welcher Funktion, das Soldatenleben im wahrsten Sinn des Worts „hautnah“ erlebt.

Die Haut, eignet sich gut als sie Symbol. Sie ist das größte Organ des Menschen. Auf sie trifft alles: die Hitze beim Marsch, die Kälte in der Stellung oder der Höhenwind am Berg. (…) Der Kommandant muss mit jeder Pore spüren, Soldat zu sein. „Vollsoldat“ - in seiner uneingeschränkten Dimension. Ein hohes Anforderungsprofil. Das Feld, in dem sich der Gruppen-, Zugs- und Kompaniekommandant bewährt, ist jenes der Rekrutenausbildung. (…)

Was braucht der Kader, damit (wie es der Psychologe ausdrückt) die Hygienefaktoren und die Motivatoren zusammenpassen? Zum Ersten muss er einer gerechten Sache dienen. Er muss in jeder Faser spüren, dass er seine Taten mit ruhigem Gewissen verantworten und seinen Untergegeben vorleben kann. Zweitens muss der Dienst in ein kompaktes Umfeld eingebettet sein - in einer Größenordnung, die überschaubar ist. Diese ist die militärische Heimat des Soldaten: die Kompanie. Geführt von einem Kommandanten mit Lebens- und Diensterfahrung; einer gereiften Persönlichkeit mit Eigenschaften die man nicht kaufen kann. (…) Einem Unikat, an dem sich junge Kameraden aufrichten können und Halt finden - der Vorbild ist. Dann zum Dritten, der wichtigste Punkt: Der Kommandant soll das Gute aus seinen Untergebenen herauskitzeln und das weniger Gute in bessere Bahnen lenken.

Ich habe vor vielen Jahren einen Beitrag im TRUPPENDIENST gelesen. Darin beschrieb ein amerikanischer Bataillonskommandant die Übernahme eines Verbandes in Vietnam. Er schrieb: „Ihre Männer am Leben zu erhalten ist die schwierigste Aufgabe des Kommandanten. (…) Es erfordert Schneid, weil fast alles was sie am Leben erhält unpopulär ist. (...)“ Das gilt heute noch genauso wie damals.

Vizeleutnant i. R. Peter Walch


12.11.2015

TRUPPENDIENST-Spezial Nr. 22 „Der Erste Weltkrieg in Europa 1914-1918“

Kürzlich hielt ich durch Zufall die Zeitschrift TRUPPENDIENST-Spezial Nr. 22 in den Händen und war begeistert.

Auch wenn zwischen der Veröffentlichung und meiner Meinungsäußerung viel Zeit vergangen ist, möchte ich als militärhistorisch interessierter Leser den Autoren ein großes Kompliment machen.
Die Themenauswahl empfand ich als besonders gelungen. Es wurden Fragen behandelt, die ich in der Form und Konzentriertheit in Verbindung mit der Rolle Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg noch nicht gelesen habe.

Die kompakte und leserfreundliche Darstellung war sehr angenehm und hat mich zu einer weitergehenden Beschäftigung mit einzelnen Themen veranlasst. Das betrifft z. B. die Kriegs- und Aufmarschpläne Österreich-Ungarns und die Thematik Conrad von Hötzendorf.  (…)

Bernd Ulrich Hecht, 15378 Hennickendorf, Deutschland


14.10.2015

Leserbrief zu TD 5/2015 - „Attraktivierung des Kaderdienstes“

Die Attraktivierung des Wehrdienstes ist nicht als getrennte Maßnahme zwischen Präsenzdiener und Kaderpersonal zu sehen. Daher ist der Begriff des Kaderdienstes in diesem Zusammenhang nicht zutreffend. Es gilt den gesamten Wehrdienst attraktiver zu gestalten. Das ist eine gemeinsame Aufgabe aller Heeresangehörigen. Wenn beim Kaderpersonal der Eindruck entstanden ist, dass auf sie vergessen wurde, ist das nicht gerechtfertigt.

Ein attraktiver, erlebnisreicher Wehrdienst wirkt sich indirekt auch positiv auf das Kaderpersonal aus. Deshalb ist es wichtig, dass Grundwehrdiener, bestmöglich ausgebildet, untergebracht und versorgt werden. Passen die Bedingungen beim Bundesheer, wird der junge Staatsbürger zufrieden und motiviert seinen Grundwehrdienst leisten.

Dass zwischen den Vorhaben zur Attraktivierung des Wehrdienstes und den bereits umgesetzten Maßnahmen eine Lücke klafft, ist bitter. Das notwendige Geld, um diese Lücke zu schließen, steht vorerst nicht zur Verfügung. Das darf uns aber nicht daran hindern, machbare Verbesserungen durchzuführen. Diese sind oft ohne finanziellen Aufwand möglich. Unstrittig ist die Notwendigkeit, das Einkommen vor allem des jungen Kadersoldaten anzuheben. Die soeben ins Leben gerufene Unteroffiziersinitiative wird hier notwendige Maßnahmen setzen. Diese Forderung gilt ebenfalls für das minimale Einkommen der Präsenzdiener.

Dieses Anliegen ist weder neu, noch die entscheidende Maßnahme, um den Grundwehrdienst zu attraktivieren. Geld, ein höheres Einkommen und sonstige materielle Bonitäten sind nicht zur langfristigen Motivation geeignet. Zu rasch verfliegt die belebende Wirkung, und immer rascher wird noch mehr Geld gefordert. Damit kann die Attraktivität des Wehrdienstes nicht nachhaltig gesteigert werden.

Langfristig wirken sinngebende Tätigkeiten, wertschätzende Umgangsformen und eine zeitgemäße Unternehmenskultur. Dies fordert jeden Angehörigen des Bundesheeres, sein Handeln und Verhalten täglich kritisch zu überprüfen, und wenn nötig zu korrigieren. Wer heute dazu nicht bereit ist, wird dies morgen auch bei einem höheren Einkommen nicht tun.

Die Attraktivierung des Wehrdienstes ist eine gemeinsame Aufgabe. Sie kann nicht nur auf die berechtigte Forderung reduziert werden, das Einkommen zu erhöhen. Es geht um den gemeinsamen Dienst zur Erfüllung des Auftrages aufgrund politischer Vorgaben. Eine Aufspaltung in Kader - oder  Rekrutendienst ist weder zielführend noch zweckdienlich.

Vizeleutnant Franz Peer, Kommandounteroffizier 4.PzGrenBrig


08.10.2015

Richtigstellung zu (TD 4/2015) Deutsches Marinemuseum

Im TD 5/2015 befindet sich auf Seite 372 ein Bild, das ein U-Boot von innen zeigt. Dieses U-Boot ist als Typ II B aus dem Jahr 1935 beschrieben. Es handelt sich aber um einen Typ der Klasse 205 aus dem Jahr 1967 (Stapellauf und Indienststellung).

Die Redaktion


26.09.2015

(TD 4/2015) Richtigstellung zu "Disziplinarverfahren - Rechtsschutz vor dem BVwG"

Im Artikel hat sich trotz mehrfacher Kontrollen (nicht nur des Autors) ein Fehler eingeschlichen:

Auf Seite 306 wird hinsichtlich der Entscheidungsfristen des Bundesverwaltungsgerichtes (BVwG) angeführt, dass mit Ausnahme der Beschwerden gegen Entlassung/Degradierung und Verlust aller Rechte aus dem Dienstverhältnis sowie bei Beschwerde des Disziplinaranwaltes, wo dem BVwG eine Entscheidungsfrist von drei Monaten eingeräumt ist „(…) in allen anderen Beschwerdefällen die Frist sechs Wochen betrage (…)“.

Die Sechs-Wochen-Frist gilt allerdings nur bei Beschwerden gegen Bescheide im Kommandantenverfahren, bei Dienstenthebungen und bei Einleitungsbeschlüssen. In allen anderen Beschwerdefällen gilt, wie auch im zivilen Disziplinarverfahren, eine Entscheidungsfrist von sechs Monaten. Fristsetzungsanträge, für die man einen Rechtsanwalt benötigt und eine Gebühr von 240,- Euro erlegen muss, sind daher in diesen Fällen auch erst nach Ablauf von sechs Monaten erfolgversprechend.

Die Redaktion