Hier finden Sie aktuelle Beiträge aus Österreich zu sicherheitsrelevanten Themen wie Neues aus der Truppe, andere Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen.

16.04.2018

Gedenken an Offiziers-Kriegsgefangenenlager

Anlässlich des 73. Jahrestages der Evakuierung des Offizierslagers 17 (Oflag in Edelbach/NÖ) fand in der französischen Botschaft in Wien eine Reihe von Vorträgen statt.

Zur behandelten Thematik zählten unter anderem das Lagerleben französischer Offiziere in Kriegsgefangenschaft (Oflag 17), ihre Behandlung durch die Bewacher sowie die eigens gegründete Universität im Lager. Die inhaftierten Offiziere widersetzten sich durch Formen des passiven Widerstandes wie Ungehorsam, Hören von "Feindsendern", Schmuggel von Waren und Briefen sowie einem aktiven Widerstand in Form der größten Massenflucht aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager.

Diese Ereignisse wurde in einem Dokumentarfilm, "Oflag XVIIA - Tournage clandenstin derrière les barbelés", mit Original-Aufnahmen, die heimlich in der Gefangenschaft gedreht wurden, erläutert. Auch die Reintegration in die französische Nachkriegsgesellschaft, die oftmals schwierig war, da Kriegsgefangenschaft in Frankreich geächtet und deshalb verschwiegen wurde, war ein Inhalt der Vorträge. Außerdem wurden historische Gegenstände, Dokumente und Schautaufeln in einer Ausstellung präsentiert. Referenten waren unter anderem der Präsident des Vereins „Mémoire et Avenir“, Pierre Waendendries, die Historiker Professor Karl Sigmund und Doktor Andreas Kusternig sowie der französische Botschafter in Wien, François Saint-Paul.

-red-

Weiterführende Informationen:

Das virtuelle Museum über die Gefangenschaft französischer Offiziere in Deutschland zwischen 1940 und 1945 (Virtuelles Museum)

Wo einst 5.000 französische Offiziere interniert waren (Artikel)


09.04.2018

Edelweiß-Galakonzert 2018

Am 7. April 2018 fand das traditionsreiche Edelweiß-Galakonzert der Militärmusik Tirol in Innsbruck statt.

Unter der Leitung von Militärkapellmeister Oberst Prof. Hannes Apfolterer bot die Tiroler Militärmusik im Innsbrucker Congress einen Abend für Musikliebhaber. Im ersten Teil des Konzertes standen Märsche, Walzer und Ouvertüren auf dem Programm. Beim zweiten Teil spielten die Musiker ein modernes Repertoire, bei dem auch Solisten zum Einsatz kamen.

Höhepunkte der Veranstaltung waren der Walzer „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß und der Klassiker „Piccolo Picante“. Nach einigen Zugaben, die durch den tosenden Applaus der Gäste gefordert wurden, endete der Musikabend bei dem auch Landeshauptmann Günter Platter und die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer anwesend waren.

-red-


06.04.2018

Geschichte durch das Schlüsselloch

Am 6. April 2018 wurde im Schloss Artstetten die neu gestaltete Ausstellung von Altbundespräsident Dr. Heinz Fischer eröffnet. Diese verfolgt das Ziel „Geschichte durch das Schlüsselloch“ zu erzählen, und sie dadurch erlebbar zu machen.

Das Schloss Artstetten ist die letzte Ruhestätte von Thronfolger Franz Ferdinand. Dessen Tod beim Attentat in Sarajewo, am 28. Juni 1914 war der Zündfunke, der eine Kette von Ereignissen in Gang setzte, die in den Ersten Weltkrieg mündeten. Im Schloss Artstetten, das im Besitz der Familie Hohenberg ist (die Familie von Franz Ferdinand), wird das Leben und der Tod des Thronfolgers thematisiert. Dabei wird nicht nur ein Einblick in die politischen Ereignisse gewährt, sondern vor allem der Mensch Franz Ferdinand, mit seinen vielen interessanten und weitgehend unbekannten Seiten, dargestellt.

Das neue Arrangement der Ausstellung stellt das Attentat in Sarajewo verstärkt in den Mittelpunkt der Betrachtung. Ein neuer Aspekt ist der „Blick durch das Schlüsselloch“. Dieser konfrontiert den Besucher mit der Frage: „Was wäre wenn?“. Die Beschäftigung mit dieser Fragestellung zeigt, dass viele verhängnisvolle Entwicklungen der Geschichte auf kuriosen Zufällen, Missverständnissen oder heute nur mehr schwer nachvollziehbaren Eitelkeiten beruhten. Museumsdidaktisch ist das eine Methode, um dem Besucher das Thema Geschichte anschaulich näherzubringen und begreifbar zu machen, und die dazu anregen kann, tiefer in die Materie einzutauchen.

Die Neugestaltung der Ausstellung erfolgte im Rahmen des Projektes Networld der Donau-Universität-Krems. Das Ziel von Networld in Österreich ist es, das baukulturelle Erbe des Ersten Weltkrieges im Donauraum zu erfassen, zu erhalten und in weiterer Folge für Bildungsmaßnahmen und den Kulturtourismus nutzbar zu machen. Dabei soll Geschichte vor allem vor Ort erlebbar gemacht werden, und jene Plätze vorgestellt werden, die den Ersten Weltkrieg auch nach Österreich gebracht haben. Beispiele dazu sind Kriegsgefangenenlager, wie jenes in Schauboden zwischen Wieselburg und Purgstall oder der Brückenkopf Krems, eine ehemalige Wehranlage des Ersten Weltkrieges.

Warum die Beschäftigung mit der Geschichte wichtig ist, stellte Altbundespräsident Dr. Heinz Fischer in seiner Rede klar, bevor er die Ausstellung eröffnete. Er meinte, dass Geschichte nicht nur ein spannendes Interessensfeld wäre, sondern auch der Schlüssel sei, um die Gegenwart zu verstehen.

-keu-


06.04.2018

Absolventinnentreffen in Enns

Das Absolventinnentreffen wurde am 5. April an der Heeresunteroffiziersakademie (HUAk) in Enns (Oberösterreich) gefeiert.

Ungefähr 100 Absolventinnen der HUAk, Theresianischen Militärakademie und Landesverteidigungsakademie und Ehrengäste waren anwesend. Brigadier Dr. Dr. Sylvia Sperandio, eine von zwei Frauen im Rang eines Brigadiers beim ÖBH, betonte in ihrer Rede, dass es ein klarer Erfolg ist, dass es Soldatinnen im Bundesheer gibt. „Wir sind mit Leib und Seele und starkem Kampfgeist Soldatinnen aus Berufung. Wir leben für das und es freut uns, dass es diese Vielfalt bei unserem Dienstgeber gibt.“

Der Kommandant der HUAk, Brigadier Nikolaus Egger, sprach davon, dass anfangs die Aufregung groß war, als Frauen beim Bundesheer einrückten, da eine „Männerdomäne“ durchbrochen wurde. Das legte sich nachdem die erste Frau Wachtmeister Jahrgangsbeste war. „Ich hatte die Ehre fünf Jahre in Israel Militärattaché zu sein und dort ist das Bild der Soldatin selbstverständlich.“

In einer Videobotschaft richtete der Bundesminister für Landesverteidigung, Mario Kunasek, seine Glückwünsche aus und betonte die Wichtigkeit von Frauen im Heer. „Unser Österreichisches Bundesheer zeigt sich bei dieser gesellschaftlichen Frage am Puls der Zeit. In Zeiten, in denen Klischees aufbrechen und Althergebrachtes mehr denn je hinterfragt wird, muss sich auch unser Bundesheer diesem Thema offensiv stellen. Die steigende Zahl der Bewerberinnen zeigt, dass viele Frauen die Berufung als Soldatin als Chance erkannt haben und das Bundesheer als attraktiven Arbeitgeber sehen.“  

Aktuell dienen 612 Soldatinnen beim ÖBH – darunter 185 Unteroffiziere und 64 Offiziere. In den letzten drei Jahren stieg die Anzahl der Soldatinnen um 55 Prozent. Vor 20 Jahren öffnete das „Gesetz über die Ausbildung von Frauen im Bundesheer“ (GAFB) alle Waffengattungen des ÖBH für Frauen, ohne Ausnahme.

Das Augenmerk des Bundesheeres liegt seit 2016 auf der verstärkten Rekrutierung von Frauen, da laut einer wissenschaftlichen Studie nur wenige ein Bild vom Beruf als Soldatin haben. Eine Informationsveranstaltung, die dieses Bild vermitteln soll, ist der Girls‘ Day, der jährlich eine wachsende Zahl an Interessentinnen anzieht. Im Jahr 2016 nahmen rund 1.400 Frauen am Girls‘ Day teil, im darauffolgenden mehr als 3.400.

-red-

Weiterführende Informationen:

20 Jahre Soldatinnen beim Bundesheer (Artikel)

Informationen zur Karriere als Soldatin


04.04.2018

Gedenken an US-Piloten

Im Fliegerhorst Vogler in Hörsching (Oberösterreich) enthüllten Vertreter des Österreichischen Bundesheeres eine Gedenktafel für den im Zweiten Weltkrieg ermordeten US-Piloten Walter P. Manning.

2nd Lieutenant Walter P. Manning fiel im April 1945, nachdem sein Flugzeug getroffen wurde und er mit dem Fallschirm abspringen musste, der nationalsozialistischen „Fliegerlynchjustiz“ zum Opfer. 73 Jahre danach enthüllte ein ehemaliger Kamerad Mannings, der 93-jährige Lieutenant Colonel Harry Stewart gemeinsam mit Generalsekretär Wolfgang Baumann, Generalleutnant Franz Reißner (Kommandant der Landstreitkräfte) und Generalmajor Karl Gruber (Kommandant der Luftstreitkräfte) eine Gedenktafel, die dieses Verbrechen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rufen soll.

Walter P. Manning wurde 1920 in Philadelphia geboren, wo er auch aufwuchs. Im Zweiten Weltkrieg war er Angehöriger der amerikanischen 332nd Fighter Group der 15th US Army Air Force. Sein Flugzeug wurde am 1. April 1945 südlich von Linz abgeschossen. Nachdem Manning mit seinem Fallschirm am Boden gelandet war, veranstalteten NS-Funktionäre und Angehörige der Deutschen Luftwaffe eine Hetzjagd, die mit seiner Ermordung endete. Manning ist eines von unzähligen Opfern der „Fliegerlynchjustiz“, die das NS-Regime ab 1944 gegen alliierte Flugzeugbesatzungen initiiert hatte.

-red-

Weiterführende Informationen:

Missing in Action - Failed to Return (Gedenkbuch)

Georg Hoffmann: Fliegerlynchjustiz (Buchtipp)


03.04.2018

Internationale Übung von Spezialeinsatzkräften

Von 2. bis 13. April 2018 trainieren Spezialeinsatzkräfte von Militär und Polizei in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland den Einsatz im urbanen Umfeld.

Diese internationale Übung findet im Rahmen des CJSOCT-Workshops (Combined Joint Special Operations Counter Terrorism) statt. Neben dem Jagdkommando aus Österreich und weiteren militärischen Spezialeinsatzkräften aus Polen, Schweden, den USA und Dänemark nimmt das österreichische Polizei-Einsatzkommando „Cobra“ sowie Polizeieinheiten aus Deutschland und Dänemark an der Übung teil - insgesamt 80 Soldaten und Polizisten. In der zweiten Woche, zwischen dem 9. und 11. April, werden vermehrt Einsatzverfahren mit Hubschraubern geübt, weshalb es zu einem erhöhten Lärmpegel im Raum Wiener Neustadt kommen kann.

-red-


29.03.2018

20 Jahre Frauen im Bundesheer

Am 1. April 1998 rückten die ersten Frauen beim Jägerbataillon 17 in Straß in der Steiermark ein.

„Wir waren gespannt, ob sie es körperlich schaffen“, erinnert sich Vizeleutnant Ewald Trummer. Er war damals Zugskommandant und Ausbildungsleiter des ersten Einrückungstermines mit Soldatinnen. Für diese Aufgabe wurde er sogar von Kameraden der Deutschen Bundeswehr geschult, wo Frauen bereits dienten.

Eine Soldatin der ersten Stunde ist Karin Pirschner, heute Oberstabswachtmeister bei der Militärstreife in Tirol, die gemeinsam mit acht Frauen in Straß einrückte. Ein Schritt den sie nicht bereut hat: „Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe“, so Pirschner. Ihr Umfeld habe sie von Anfang an unterstützt. Akzeptanzprobleme in der Männerdomäne Bundesheer habe sie nie gehabt.

Positiv überrascht vom Einsatzwillen und der Leistungsbereitschaft der Frauen war Oberstabswachtmeister Gerald Poharec, der damals Gruppenkommandant war. Er ist davon überzeugt: „Auch für das Klima in der Kaserne sind Frauen eine Bereicherung. Und letztlich zählt nur die Erfüllung von Aufträgen, das Geschlecht spielt dabei keine Rolle!“

20 Jahre nachdem die ersten Frauen in Straß eingerückt sind, sind sie ein fester Bestandteil des Bundesheeres geworden. Auch wenn der Anteil von Frauen in den Streitkräften nach wie vor gering ist, tragen sie wesentlich zur Erfüllung der Aufgaben des Bundesheeres bei. Dabei erfüllen sie ihr Pflicht nicht nur im normalen militärischen Dienstbetrieb, sondern auch bei den zahlreichen Einsätzen im In- und Ausland.

-Robert Gießauf, JgB17-


29.03.2018

Generalmajor Dorfer neuer Kommandant von EUFOR „Althea“

Am 28. März 2018 übernahm Generalmajor Martin Dorfer das Kommando über die EUFOR-Truppe in Bosnien und Herzegowina von seinem Vorgänger, Generalmajor Anton Waldner. 

Für Dorfer ist es der vierte Auslandseinsatz, bei dem er nun für ein Jahr 630 Soldaten aus 19 Staaten führen wird. Österreich stellt bereits zum siebten Mal den Kommandanten dieser EU-Mission und mit aktuell etwa 200 Soldaten das größte Kontingent.

„Sicherheit und Stabilität am Westbalkan sind ein wichtiger sicherheitspolitischer Faktor für Europa. Österreich leistet dazu einen essentiellen Beitrag“, sagte Verteidigungsminister Mario Kunasek anlässlich der Kommandoübergabe. In Richtung des neu bestellten Kommandanten meinte Kunasek: „Ich habe Generalmajor Martin Dorfer als einen besonnenen und fähigen Offizier kennengelernt. Ich bin mir sicher, dass er seine Aufgaben bestens erfüllen wird.“

Zurzeit beteiligen sich 14 EU-Länder und fünf außereuropäische Staaten an der Friedensmission EUFOR „Althea“. Die Soldaten helfen der Bevölkerung beim Wiederaufbau ihres Landes und haben unter anderem den Auftrag ein sicheres Umfeld zu gewährleisten. Österreich beteiligt sich seit 1996 an der internationalen Friedenstruppe in Bosnien und Herzegowina.

Steckbrief Martin Dorfer 

Generalmajor Mag. Martin Dorfer wurde 1990 zum Leutnant der Infanterie in Wiener Neustadt ausgemustert. Von 1990 bis 2003 war der gebürtige Steirer in verschiedenen Kommandanten- und Stabsfunktionen tätig. Von 2003 bis 2006 absolvierte er den Generalstabslehrgang in Wien. In weiterer Folge wechselte Dorfer in den Generalstabsdienst und war unter anderem als Leiter der Abteilung Rüstungspolitik und als Stabschef im Kabinett des Bundesministers für Landesverteidigung tätig. Derzeit ist er als Gruppenleiter im Ministerium für die laufenden Einsätze des Bundesheeres verantwortlich.

-RedTD-


19.03.2018

Truppenbesuch im Libanon

Verteidigungsminister Mario Kunasek besuchte gemeinsam mit dem Chef des Generalstabes General Mag. Othmar Commenda und mehreren Nationalratsabgeordneten, die österreichischen Soldaten im Libanon. 

Nach einem Empfang durch die libanesischen Streitkräfte ging es mittels UNO-Hubschrauber ins Camp Naquora, wo die österreichischen UNIFIL-Soldaten stationiert sind. Der stellvertretende Missionschef Imran Riza lobte bei dieser Gelegenheit die Leistungen der österreichischen Soldaten und den Beitrag des Bundesheeres.

-red-


13.03.2018

Präsenz vor Schutzobjekten in Wien erhöht

Als Reaktion auf die Messerattacke vor der Residenz des iranischen Botschafters in Wien, erhöht das Österreichische Bundesheer (ÖBH) die Präsenz vor Schutzobjekten. 

Seit 2016 unterstützt das ÖBH die Wiener Polizei in einem Assistenzeinsatz u.a. bei der Bewachung von Botschaften, Residenzen und Kulturgebäuden. Als Reaktion auf den Messerangriff auf einen Wachsoldaten in der Nacht auf Montag hat Verteidigungsminister Mario Kunasek am 12. März angeordnet, dass die Objekte für die nächsten 72 Stunden durch Doppelposten abgesichert werden sollen.

Mehr dazu: 

Messerattacke vor iranischer Residenz: Suche nach dem Motiv

Nach Messerattacke: Zwei Posten für 72 Stunden vor Botschaften

-red-