Hier finden Sie aktuelle Beiträge aus Österreich zu sicherheitsrelevanten Themen wie Neues aus der Truppe, andere Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen.

03.02.2020

Saab 105OE wieder einsatzbereit

Seit 31. Jänner 2020 stehen die ersten Saab 105OE-Jets des Österreichischen Bundesheeres wieder im Einsatz.

Aufgrund beschädigter Zugbolzen mussten die mittlerweile 50 Jahre alten Düsenflugzeuge in den vergangenen zwei Monaten am Boden bleiben. In dieser Zeit konnten die dringend benötigten Bolzen erfolgreich nachproduziert werden. Der Einbau in die übrigen Jets erfolgt schrittweise. Elf Monate lang stehen die zwölf Saab 105OE nun wieder für die Pilotenausbildung und Luftraumüberwachung zur Verfügung, ehe diese mit Jahresende 2020 aus Altersgründen endgültig aus dem Bundesheer ausgeschieden werden müssen.

-red-


28.01.2020

Information: Coronavirus

Das ABC-Abwehrzentrum informiert über den Coronavirus und wie man sich am besten davor schützt:

 

HIER gibt's das PDF zum Download.

 


28.01.2020

Traditionsnamen für Wiener Kasernen

Am 27. Jänner 2020 verlieh die Bundesministerin für Landesverteidigung, Klaudia Tanner, die Traditionsnamen „General Spannocchi“ an die Stifts-Kaserne und „Bernardis-Schmid“ an die Rossauer-Kaserne.

Beinahe jede militärische Liegenschaft des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH) steht im Zeichen einer militärischen Persönlichkeit. Diese dienen entweder als Namensgeber für Kasernen oder als „Paten“, deren Wirken und Taten mit einem Traditionsnamen gewürdigt werden. Beide Formen der Namensgebung sind ein Ausdruck der gelebten militärischen Erinnerungs- und Gedenkkultur des Österreichischen Bundesheeres und seines Selbstbildes.

Gallionsfigur der Raumverteidigung 

General Emil Spannocchi prägte eine Generation von Soldaten. Es waren jene, die in den 1970er und 1980er Jahren im ÖBH dienten, das damals unter dem Zeichen der Raumverteidigung stand. Mit dieser Verteidigungsdoktrin, als deren Vater er heute gilt, sollte sich das ÖBH gemeinsam mit der Bevölkerung gegen einen übermächtigen Gegner stellen. Das Ziel war es, einen Gegner davon abzuhalten, Österreich als Auf- oder Durchmarschgebiet zu nutzen.

Emil Spannocchi wurde am 1. September 1916 in Aigen bei Salzburg geboren. 1934 trat er als Einjährig-Freiwilliger in das Bundesheer der Ersten Republik ein und absolvierte ab 1935 die Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie. Kurz nach seiner Ausmusterung begann der Zweite Weltkrieg, in dem er zunächst als Kavallerie- und danach als Panzeroffizier in der Deutschen Wehrmacht diente, bevor er zum Generalstabsoffizier ausgebildet wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er zunächst in der Privatwirtschaft tätig, bevor er 1954 in die B-Gendarmerie eintrat und ab 1955 eine wesentliche Rolle beim Aufbau des ÖBH einnahm. Zunächst war er Kommandant der Panzertruppenschule und danach der erste Kommandant der 9. Panzergrenadierbrigade. Ab 1963 war Spannocchi Kommandant der Landesverteidigungsakademie, die sich auf jener Liegenschaft befindet, die heute seinen Namen als Traditionsnamen führt und an der er mit anderen Offizieren die Raumverteidigungsdoktrin entwickelte. Ab 1978 war er Leiter der Sektion III im Bundesministerium für Landesverteidigung und wurde im September 1981 in den Ruhestand versetzt. Am 29. August 1992 starb General Emil Spannocchi in Wiener Neustadt.

Tapferkeit und Zivilcourage

Oberstleutnant im Generalstab Robert Bernardis (1908 bis 1944) war einer der Köpfe des Hitler-Attentates, das unter der Führung von Oberst im Generalstab Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 in der Wolfsschanze verübt wurde. Bernardis wurde für die Teilnahme an dem Attentat zum Tode verurteilt und am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Der Wiener Feldwebel Anton Schmid (1900 bis 1942) war als Soldat der Wehrmacht in der litauischen Hauptstadt Vilnius eingesetzt. Dort rettete er mehrere hundert Juden vor deren Vernichtung durch die SS-Einsatzgruppen. Schmid wurde dafür vor ein Kriegsgericht gestellt, zum Tode verurteilt und am 13. April 1942 hingerichtet.

Die Bundesministerin für Landesverteidigung, Mag.a Klaudia Tanner, betonte bei ihrer Ansprache, dass das Spannungsfeld „Widerstand, Desertation und Verrat“, mit dem Soldaten häufig im Einsatz konfrontiert wären. Gerade am 27. Jänner (Holocaust-Gedenktag und Jahrestag der Befreiung des KZ Ausschwitz) hat die bewusste Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld eine besondere Bedeutung. Tanner betonte, dass vor allem für Soldaten die Notwendigkeit bestehe, Tapferkeit und Zivilcourage zu zeigen, dem Gewissen zu folgen, bereit zu sein die Konsequenzen dafür zu tragen und zu versuchen, das Beste aus schwierigen Situationen zu machen. Das vorbildhafte Wirken der beiden Traditionsnamensgeber Bernardis und Schmid, die ihren Widerstand gegen ein mörderisches Unrechtsregime mit ihrem Leben bezahlen mussten, stehe für diese Tugenden, die nicht nur aber besonders dann gelten, wenn eine Diktatur das Militär missbraucht.

-red-


11.01.2020

Militärmusik Kärnten würdigt Udo Jürgens

Die Big Band der Militärmusik Kärnten nahm den fünften Todestag des international bekannten Künstlers Udo Jürgens zum Anlass, um das musikalische Ausnahmetalent auf besondere Weise zu ehren.

Dafür produzierten die engagierten Musiker ein eigens zusammengestelltes Medley mit den größten Hits des in Kärnten geborenen Sängers. Beim Militärmusikfestival am 19. Juni 2020 im Klagenfurter Wörthersee-Stadion wird dieses Udo-Jürgens-Medley auch live zu erleben sein.

-red-

Das Video des Medleys kann hier abgerufen werden.


08.01.2020

„Stabsunteroffizier“ dem Nationalen Qualifikationsrahmen hinzugefügt

Am 17. Dezember 2019 wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung die Qualifikation „Stabsunteroffizier oder Stabsunteroffizierin (StbUO, Erstverwendung)“ dem Niveau 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) in Österreich zugeordnet.

Damit kann der Stabsunteroffizier nach abgeschlossener Kaderausbildung 4 (allgemeiner Teil an der Heeresunteroffiziers-akademie) und Kaderausbildung 5 (Fachteil an einer Waffen- oder Fachschule) ab sofort als „höherer Beruf“ mit ziviler Anerkennung bezeichnet werden.

Das Niveau 5 wurde in Österreich beispielsweise für den Abschluss einer berufsbildenden höheren Schule wie einer Handelsakademie oder einer Höheren Technischen Lehranstalt vergeben. Mit der aktuell getroffenen Zuordnung wurde die Kaderausbildung im Österreichischen Bundesheer und der Schritt vom Unteroffizier zum Stabsunteroffizier durch ein unabhängiges Bewertungsverfahren im Bildungsressort als Weiterbildung eingestuft.

Im Weiteren ist zunächst an eine gezielte Identifizierung höherer Unteroffiziersqualifikationen oberhalb von Verwendungen der Stabsunteroffiziere gedacht. Diese könnten als Abschluss der Einbettung des Berufsunteroffizierskorps in den Nationalen Qualifikationsrahmen noch für eine Zuordnung auf dem Niveau 6 beantragt werden, was in der beruflichen, zivilen Bildungslandschaft etwa einem Meisterbrief entspräche.

Der Nationale Qualifikationsrahmen in Österreich wurde 2016 in Kraft gesetzt und bietet ein Bewertungsinstrument für den Vergleich von Qualifikationen. Der Rahmen ist in acht Stufen unterteilt und orientiert sich dabei direkt am Europäischen Qualifikationsrahmen.

-red-

Link: Qualifikationsregister


07.01.2020

Klaudia Tanner ist neue Verteidigungsministerin

Mag.a Klaudia Tanner (ÖVP) wurde am 7. Jänner 2020 als Bundesministerin für Landesverteidigung angelobt.

Die 49-jährige Juristin aus Scheibbs (NÖ) ist die erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Bisher war Frau Mag.a Tanner als Direktorin des NÖ Bauernbundes tätig sowie im politischen Bereich als Landtagsabgeordnete in Niederösterreich und zwei Jahre als Mitglied des Kabinetts von Innenminister Ernst Strasser. Die Mutter einer 14-jährigen Tochter befasste sich im Landtag bisher mit den Themen Kultur, Verfassung und Gesundheit.

-red-


19.11.2019

Größte ÖBH-Gefechtsübung des Jahres

Von 18. bis 29. November 2019 findet mit der multinationalen Übung „European Advance 2019“ (EURAD19) die größte Bundesheer-Gefechtsübung des Jahres statt.

An der Übung nehmen insgesamt 2.300 Soldaten teil, die in den nächsten Tagen hauptsächlich in Niederösterreich (Truppenübungsplatz Allentsteig, Mautern, Weitra, Langenlebarn und Amstetten) sowie in Oberösterreich (Hörsching bis Enns) trainieren werden. Deutschland und Kroatien beteiligen sich an der EURAD19 mit 230 Soldaten.

Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit bei einer Stabilisierungsoperation in einer EU-Battlegroup. Dazu werden unter der Führung der 3. Jägerbrigade taktische Verfahren in einem instabilen Krisenszenario geübt.

Das Bundesheer setzt bei EURAD19 insgesamt 70 gepanzerte Fahrzeuge, mehr als 200 Räderfahrzeuge und zwölf Luftfahrzeuge ein.

EU-Battlegroups sind schnell einsetzbare Krisenreaktionskräfte der Europäischen Union, die von den einzelnen Mitgliedsländern gestellt werden. 2020 wird sich das Österreichische Bundesheer u. a. mit einem voll ausgerüsteten Logistikbataillon an der Mission beteiligen.

-red-


14.11.2019

Ehrenmal des Österreichischen Bundesheeres errichtet

Im Oktober 2019 wurde das Ehrenmal des Österreichischen Bundesheeres am Wiener Heldenplatz errichtet und am 4. November 2019 feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Das aus schwarzen Metallelementen gefertigte Ehrenmal befindet sich in der Ehrenhalle des Heldendenkmals im Äußeren Burgtor und soll einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Traditionspflege des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH) Ausdruck verleihen. Dieser Ort ist künftig dem Gedenken an all jene Soldaten und Zivilbediensteten gewidmet, die in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben verloren.

Den Mittelpunkt des Ehrenmals bildet das Hoheitszeichen des ÖBH. Links davon wird mit der Aufschrift „SICHERHEIT. - EINSATZ. - FRIEDEN.“ auf den Auftrag des ÖBH verwiesen, auf der rechten Seite ist „ÖSTERREICHISCHES BUNDESHEER - GEDENKT ALLER, DIE IN AUSÜBUNG DES DIENSTES IHR LEBEN GELASSEN HABEN“ zu lesen. Die miteinander verbundenen Metallelemente sind ein Symbol für die Gemeinschaft und die Verankerung des ÖBH in der Gesellschaft. Die unterschiedliche Neigung der Platten soll auf das breite Leistungsspektrum und die Diversität hinweisen.

-red-


13.11.2019

Robert Martschin ist „Soldat des Jahres“

Bei der ÖBH-Matinee „Militär des Jahres“, die am 12. November 2019 stattfand, wurde Vizeleutnant Robert Martschin aufgrund seiner besonderen Leistungen mit dem Titel „Soldat des Jahres 2019“ ausgezeichnet.

Martschin ist beim Pionierbataillon 3 in Melk als pioniertechnischer Planungsunteroffizier und Sprengstoffexperte tätig. Er war maßgeblich an der Umsetzung einer Steganlage im Staubereich des Kraftwerks Melk beteiligt und ist derzeit mit der Erprobung einer neuen Wasserdienst-Schutzausrüstung für Soldaten betraut. Außerdem wirkte Martschin im Rahmen von AUTCON HU an der EU-Außengrenze zu Serbien am Bau einer Grenzstraße mit.

Das Jägerbataillon 23 aus Vorarlberg erhielt den Titel „Einheit des Jahres“, der 21-jährige Gefreite Fatbardh Azizi die Auszeichnung „Rekrut des Jahres“ und Textiltechniker Herbert Engel wurde zum „Zivilbediensteten des Jahres“ ernannt.

-red-

Link: AUTCON-Einsatz in Ungarn


12.11.2019

Startschuss für Spezialkräfte-Kommando mit österreichischer Beteiligung

Im Februar 2019 nahm das Projekt des gemeinsamen Spezialkräfte-Kommandos von Kroatien, Ungarn, der Slowakei, Slowenien und Österreich erste Formen an. Nun wurde das sogenannte „Memorandum of Understanding“ von allen fünf Teilnehmerländern rechtsverbindlich unterzeichnet.

R-SOCC (Regional Special Operations Component Command) ist ein temporär einsetzbares Befehlselement für militärische Spezialkräfte, das aus vier NATO-Mitgliedern und dem NATO-Partner Österreich besteht. Durch die individuellen Special-Forces Command and Control (C2)-Fähigkeiten der Teilnehmerstaaten wird damit ein einsatzfähiges SOCC aufgestellt. Der Zweck des R-SOCC ist es, eine gemeinsame multinationale SOCC-Zentrale aufzubauen. Ungarn fungiert dabei als Rahmennation, da es für die Gesamtkoordination verantwortlich zeichnet, den Kommandanten bereitstellt und insgesamt 50 Prozent der R-SOCC-Truppen aus ungarischen Soldaten bestehen werden. Polen, Deutschland und die USA nehmen bei der Kooperation eine Beraterrolle ein.

Spezialeinsatzkräfte sind ein wichtiges und vielseitiges Instrument in modernen Konflikten, da sie unkonventionelle Taktiken, Techniken und Arbeitsweisen anwenden. Der zusätzliche Mehrwert der Kooperation besteht aus einer verbesserten Interoperabilität zwischen den einzelnen Staaten sowie einem größeren operativen Nutzen. Die regionale Zusammenarbeit stärkt die Partnerschaften der Länder, vermindert Aggressionen und Konflikte und hilft besser auf Krisen zu reagieren. Die gebündelten Fähigkeiten werden in künftigen Missionen und Übungen der Europäischen Union, der NATO sowie der Vereinten Nationen eingesetzt. R-SOCC soll dabei vor allem zur Bewältigung von Sicherheitsherausforderungen einschließlich hybrider Bedrohungen und Terrorismus zum Einsatz kommen.

Bis Jänner 2021 soll die Betriebsbereitschaft von R-SOCC hergestellt und im Dezember 2024 die volle Funktionsfähigkeit des gemeinsamen Spezialkräfte-Kommandos erreicht werden.

R-SOCC ist bereits die zweite multinationale Initiative dieser Art und wurde nach Vorbild von C-SOCC (Composite Special Operations Component Command von Belgien, Dänemark und den Niederlanden) ins Leben gerufen.

-red-