Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

02.05.2016

China: Umbau der Offiziersausbildung

Im Zuge der tiefgreifenden Reformen bei den Streitkräften der Chinesischen Volksbefreiungsarmee kommt es zu umfassenden Reformen der Offiziersausbildung und bei der Rekrutierung des Offiziersnachwuchses. Die Anforderungen an Offiziere einer reformierten, modernen Armee haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Gefordert sind Führungskräfte, die die Komplexität moderner Technologien verstehen, dynamische Führungsqualitäten haben, um mit den Anforderungen des Kampfes der verbundenen Waffen zurechtkommen.

Gegenwärtig bekommen die Streitkräfte nicht genügend Offiziere, die das können. Deshalb wurde von der Zentralen Militärkommission das Ausbildungssystem für Offiziere reformiert.

Seit 2016 wird die Anzahl der Neuaufnahmen für Offiziersanwärter drastisch reduziert. Durch die Verkleinerung der Chinesischen Volksbefreiungsarmee um 300 000 Soldaten werden auch weniger Offiziere benötigt. Bei Infanterie und Artillerie werden 24 Prozent weniger Offiziersanwärter ihre Ausbildung beginnen als 2015. Bei Logistik und Führungsunterstützung beträgt die Reduktion 45 Prozent. Bei der Luftwaffe, Raketenwaffe und Marine werden allerdings
14 Prozent mehr Offiziersanwärter ihre Ausbildung beginnen.

Den größten Bedarf an Offiziersnachwuchs, der gedeckt werden muss, ist bei den Weltraum-, Radar- und Drohnenverbänden. Dort werden
16 Prozent mehr Bewerber aufgenommen.

Neben einer Neuordnung der Ausbildung an den Militärakademien wird auch das Auswahlverfahren reformiert. Es kann nun von unabhängigen Offizieren und den Eltern der Bewerber beobachten werden. Ein hoher Offizier meinte, dass China die modernsten Waffensysteme entwickeln würde, die teilweise führend in der Welt seien, es jedoch gegenwärtig an ausreichend Soldaten, die diese bedienen und einsetzen können, mangle.

-nt-


29.04.2016

Australien: Neue U-Boot-Generation aus Frankreich

Am 26. April 2016 gab Premierminister Malcolm Turnbull bekannt, dass sich Australien für die Beschaffung von zwölf Shortfin Barracuda U-Booten des französischen Herstellers DCNS entschieden hat. Der Vertrag hat einen Wert von etwa 32 Mio. Euro.

Die Entscheidung kam überraschend, da mit einem Zuschlag für die japanische U-Bootklasse Soryu gerechnet wurde. Dem Vernehmen nach gab es schon eine Zusage vom vormaligen Premierminister Abbott an den japanischen Premierminister Abe. Die japanische Regierung zeigte sich über die Entscheidung enttäuscht und verlangte eine Erklärung für die Entscheidung.

In der japanischen Industrie gab es auch Vorbehalte gegen einen Technologietransfer. Offizielle japanische Stellen führten den Verlust des Geschäfts auch auf die Unerfahrenheit der japanischen Waffenindustrie im internationalen Waffengeschäft zurück. Beobachter gehen von einer politischen und wirtschaftlichen Überlegung aus, die eine Entscheidung für das französische Angebot brachte. Technologisch dürfte das japanische U-Boot dem französischen U-Boot überlegen sein.

Bei der Shortfin Barracuda Block 1A handelt es sich um die Dieselversion der ansonsten atomgetriebenen Barracuda-Klasse. Es soll eine Länge von 87 Meter und eine Verdrängung von 5 000 Tonnen haben. Technische Einzelheiten und Modifikationen werden in den nächsten Monaten ausverhandelt, die genauen technischen Spezifikationen bis 2017 festgelegt.

Die U-Boote werden mit amerikanischen Waffensystemen von Lockheed oder Raytheon ausgestattet. Alle zwölf U-Boote sollen im DCNS-Werk in in Adelaide (Australien) gebaut werden.

-nt-

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U-Bootbauer DCNS
Video


26.04.2016

CSSBN: Vier Nationen verschmelzen zu einer Einheit

Am 26. April 2016 ließ der Kommandant des Logistikbataillons (Combat Service Support Battalion - CSSBN) der EU Battlegroup seine ihm unterstellten Soldaten im Lager Hörsten in Niedersachsen antreten, um sich für die bis dato während der Übung „European Spirit 16“ gebrachten Leistungen zu bedanken.

„Vier Nationen mit verschiedenen militärischen Hintergründen haben es bereits nach sehr kurzer gemeinsamer Trainingszeit geschafft, perfekt zusammenzuarbeiten und miteinander zu harmonieren“, so der Kommandant, Oberst Michael Lippert.

Detail am Rande: Das war das erste vollständige Antreten des CSSBN mit allen eingemeldeten 450 Soldaten der truppenstellenden Nationen aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und Tschechien.

-mb-


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19.04.2016

China: Traghubschrauber für Spezialeinheiten

Kommandoeinheiten testeten im Gebiet der Qin Ling-Berge den Einsatz von Gyrocoptern (Traghubschraubern).

Jeder Gyrocopter kann bis zu zwei Kommandosoldaten transportieren, die von einem Piloten in das Einsatzgebiet geflogen werden, wo sie dann mit dem Fallschirm in ihr Zielgebiet abspringen. Seit mehr als einem Jahr testet die chinesische Armee den Einsatz von Gyrocoptern für Kommandoeinheiten. Erste Ergebnisse zeigen, dass man mit diesem Fluggerät Spezialeinsatzkräfte leise und flexibel in den Einsatzraum bringen kann.

-nt-

Erste allgemeine Flugtests des Gyrocopters (2014)


19.04.2016

Deutschland/Österreich: Joint Derby 2016

Vom 7. bis 19. April 2016 fand die multinationale Logistikübung „Joint Derby 2016“ (JODY16) statt. 2 300 Soldaten aus 14 Nationen mit rund 450 Gefechtsfahrzeugen trainierten den Transport über See, in der Luft und auf dem Land.

Ziel war es, die komplette logistische Organisation eines Aufmarsches durchzuführen. Zusätzlich sollte die JODY16 Verhaltenssicherheit der Truppe bei Verlegungen verbessern.

Österreich nahm mit etwa 250 Soldaten und zahlreichen Fahrzeugen an dem ersten Teil einer Übungsserie teil - u. a. mit „Husar“ und „Dingo“, gepanzerten Hakenlader-Lastkraftwagen zum Containertransport und 75 Containern für Ausrüstung und Material.

Die JODY 16 geht mit dem 19. April fließend in die Zertifizierungsübung der European Battlegroup 2016-2 „European Spirit 16“ über.

TRUPPENDIENST wird ab 25. April 2016 direkt aus dem Übungsraum berichten.

Zur European Spirit 16

-red-


18.04.2016

China: Marinemiliz

Die Zentrale Militärkommission (CMC) überlegt die Aufstellung einer Marinemiliz. Sie soll die Marine und die Küstenwache beim Schutz des chinesischen Seegebietes und seiner Fischer unterstützen.

In den letzten Jahren kam es immer häufiger vor, dass chinesische Fischerboote in der südchinesischen See von vietnamesischen Fischerbooten oder vietnamesischer Marinemiliz und deren bewaffneten Besatzung ausgeraubt wurden und werden.

Die alte Freundschaft vietnamesischer und chinesischer Fischer ist längst vorbei. Für in Seenot geratene chinesische Fischerboote ist es mittlerweile „Selbstmord“, wenn sie vietnamesische Fischerboote um Hilfe bitten.

-nt-


16.04.2016

Indien/Russland: Flugzeugprojekt aufgekündigt

Indien hat sich aus der Entwicklung des Transportflugzeuges Iljuschin 214 (Il 214) mit Russland zurückgezogen.

Nach einer Reihe von Missverständnissen und Problemen entschloss sich Indien zu diesem Schritt. Die russische Seite bedauert die Aufkündigung der gemeinsamen Entwicklung, wies jedoch darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit Indien nicht einfach gewesen sei. Russland wird das Transportflugzeug nun alleine weiterentwickeln. Der Erstflug ist für 2020 geplant.

-nt-


12.04.2016

Ägypten: Marineerweiterung

Im Zuge des bevorstehenden Besuches des französischen Präsidenten François Holland sollen Waffenkäufe in der Höhe von 1,1 Milliarden USD (ca. 965 Mio. Euro) unterzeichnet werden.

Neben Flugzeugen und Schiffen sollen auch Kommunikationssatelliten auf der Einkaufsliste stehen. Zudem sollen zwei weitere Korvetten der Gowind-Klasse für die ägyptische Marine beschafft werden. Ägypten wird in Zukunft über insgesamt sechs Gowind-Korvetten verfügen, da bereits 2014 vier Korvetten dieser Klasse bestellt wurden. Die ersten Gowind-Korvetten werden der Marine ab 2017 zulaufen.

-nt-

Zum Wikipedia Eintrag


11.04.2016

China: Flugzeugträger aus Eigenproduktion

Offizielle und inoffizielle Medienberichte spekulieren über die Möglichkeit, dass der erste in China gebaute Flugzeugträger kurz vor der Fertigstellung stehe und noch in diesem Jahr zu Testfahrten auslaufen könnte.

Durch das chinesische Verteidigungsministerium liegt keine Bestätigung vor. Es wurde lediglich festgehalten, dass der Bau des Flugzeugträgers gut im Zeitplan läge und alles Weitere von den Baufortschritten abhänge.

-nt-


07.04.2016

Südkorea: U-Boot-Verstärkung

Am 6. April 2016 wurde das siebente U-Boot der Klasse 214 vom Stapel der Hyundai Heavy Industrie gelassen und auf den Namen „Hong Beom-do“ (ehemaliger Kommandant der unabhängigen koreanischen Armee, die gegen die kaiserliche japanischen Armee zwischen 1910 und 1945 gekämpft hatte) getauft.

Das neue U-Boot soll bis Juli 2017 an die Marine übergeben werden. Die Klasse 214 verfügt über einen luftunabhängigen Antrieb (Brennstoffzellen), ist 65 Meter lang, sieben Meter breit und hat eine Verdrängung von 1 800 Tonnen. Die Unterwassergeschwindigkeit beträgt bis zu 20 Knoten, die maximale Tauchtiefe 400 Meter.

Das U-Boot kann mit einer Besatzung von 40 Seeleuten zwei Wochen lang unter Wasser operieren. Die Bewaffnung besteht aus einem Torpedosystem, das mehrere Ziele erfassen und verfolgen kann sowie aus Cruise Missiles für Landziele. Das neue U-Boot ist auch für Minenoperationen einsetzbar.

-nt-