Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

11.12.2018

Nordkorea/Südkorea: Taktische Straße und Eisenbahnverbindung

Nordkorea und Südkorea deeskalieren und rüsten weiter ab. Aus diesem Grund soll eine „taktische Straße“ zur Übergabe von Überresten und Ausrüstung gefallener Soldaten aus dem Koreakrieg angelegt werden.

Pioniere beider Seiten haben deshalb damit begonnen einen drei Kilometer langen Weg in der demilitarisierten Zone im Gebiet von Cheorwon anzulegen. Außerdem untersuchen sie die Möglichkeit der Wiederherstellung einer Eisenbahnverbindung. Zu diesem Zweck wurde eine Ausnahme von den UN-Sanktionen erwirkt, damit rollendes Material und Treibstoff zu Testzwecken von Südkorea nach Nordkorea geliefert werden können. Weiters soll die Modernisierung des nordkoreanischen Eisenbahnnetzes mit südkoreanischer Hilfe durchgeführt werden. Zu diesem Zweck wird ein südkoreanischer Testzug, bestehend aus einer Diesellokomotive und sechs Waggons, 18 Tage lang das Schienennetz von Nordkorea befahren.

-nt-


10.12.2018

Estland: Neue Sturmgewehre

Die estnische Armee erhält insgesamt 16.000 neue Sturmgewehre vom amerikanischen Waffenhersteller Lewis Machine & Tool.

Die vollautomatischen Sturmgewehre werden das Kaliber 5,56 und 7,62 mm haben, die genauen Modelle sind noch unbekannt. Die Armee erhält die Waffen, die circa 22 Millionen Euro kosten werden, zwischen 2019 und 2021. Derzeit nutzt das baltische Land Sturmgewehre vom Typ IMI „Galil“ und AK4 (lizensierte G3-Version). Der Rüstungskonzern Lewis Machine & Tool hat unter anderem bereits die britische Armee mit dem halbautomatischen Gewehr L129A1 „Sharpshooter“ ausgerüstet.

-red-


08.12.2018

USA: Tausende neue Mehrzweckfahrzeuge

Die amerikanischen Streitkräfte beschaffen insgesamt 6.107 geschützte Mehrzweckfahrzeuge, Joint Light Tactical Vehicle, der Firma Oshkosh.

Das Beschaffungsvorhaben wurden im November 2018 beschlossen und hat einen Wert von ca. 1,5 Milliarden Euro. Die Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) sollen in der Zukunft die meisten derzeit verwendeten „Humvee“ ersetzen. Vier Ausführungen des Fahrzeuges werden gekauft: eine Mehrzweckvariante, ein schwerer Waffenträger, eine Nahkampfvariante und ein leichte Geländevariante („Utility“). Die gegen Minen und Hinterhalt geschützten Fahrzeuge haben, ähnlich wie der „Humvee“, zwei bis vier Mann Besatzung (plus ein Bordschütze). Zur Bewaffnung zählen Maschinengranatwerfer, schwere Maschinengewehre und Panzerabwehrlenkwaffen. Auch europäische Länder, wie etwa Litauen, nutzen Fahrzeuge von Oshkosh.

-red-

Weiterführende Informationen:

Litauen: Geschützte Mehrzweckfahrzeuge für Streitkräfte 

Fahrzeugportrait: Up gunning Stryker and Oshkosh JLTV (englisch) 


07.12.2018

Deutschland: Ersatz für UH-1D „Huey“

Der Mehrzweckhubschrauber Bell UH-1D „Huey“ wird nach über 50 Jahren Einsatz bei der Deutschen Bundeswehr durch den Airbus H145M ersetzt.

Die Bundeswehr erhielt ihren ersten „Huey“ 1966. Insgesamt unterhielten die deutschen Streitkräfte eine Flotte von 352 Stück. Mit dem leichten Mehrzweckhubschrauber werden unterschiedliche Aufgaben, wie etwa Such- und Rettungsflüge, Ausbildung und Transport, durchgeführt. Ab 2020 wird der Hubschrauber durch den H145M von Airbus Helicopters ersetzt. Die Hubschrauberflotte wird um etwa 156 Millionen Euro modernisiert.

Der „Huey“ ist vielen aus dem Vietnamkrieg, wo er zum ersten Mal eingesetzt wurde, bekannt. In den vergangenen 60 Jahren hat der Hubschrauberhersteller Bell Helicopters über 16.000 Stück des leichten Mehrzweckhubschraubers produziert.

-red-


07.12.2018

Japan: 100 zusätzliche F-35

Die japanische Regierung überlegt 100 weitere F-35-Kampfflugzeuge von den USA um insgesamt 7,75 Milliarden Euro zu beschaffen.

Japan hat 2011 bereits 42 Stück des „Fifth Generation Fighter Jet“ der Vereinigten Staaten um etwa acht Milliarden Euro erworben, die seit 2016 kontinuierlich ausgeliefert werden. Mit 100 weiteren Flugzeugen würde Japan der größte Nutzer der F-35 nach den USA sein. Außerdem überlegt der Inselstaat seinen Hubschraubträger „Izumo“ aufzurüsten, um den Transport und Start von Kampfflugzeugen zu ermöglichen. Hierzu müsste unter anderem das Flugdeck hitzebeständig gemacht werden.

-nt- 


06.12.2018

Serbien: Lieferung von Mehrzweckhubschraubern

Die serbische Luftwaffe bekommt im Dezember 2018 die ersten Mehrzweckhubschrauber vom Typ Airbus H145M.

Bei einem Besuch der Airbus-Werke in Donauwörth (Deutschland) hat der serbische Verteidigungsminister Aleksandar Vulin im November 2018 die ersten zwei Mehrzweckhubschrauber in Empfang genommen. Im Dezember 2018 sollen sie an Serbien geliefert werden. Insgesamt hat das Balkanland neun H145M gekauft, vier davon mit dem „HForce“-Waffensystem. Dieses erlaubt eine kostengünstige, individuelle Bewaffnung der Hubschrauber, etwa mit Kanonen- und Raketenbehältern.

Die serbischen Hubschrauber sollen unter anderem mit einem Fast-Roping-System, Hochleistungskameras, Feuerunterstützungssystemen, ballistischem Schutz sowie einem elektronischen Gegenschutzmaßnahmensystem ausgestattet werden. Der Airbus H145M kann für eine Reihe von Einsatzarten verwendet werden, wie etwa den Truppentransport, Überwachung, bewaffnete Aufklärung und medizinisch begleitete Evakuierung.  

-red-


05.12.2018

Slowakei: Kauf von F-16-Kampfflugzeugen

Am 30. November 2018 hat die slowakische Regierung einen Kaufvertrag über 14 amerikanische F-16-Kampfflugzeuge abgeschlossen.

Die Beschaffung kostet ungefähr 1,6 Milliarden Euro. Damit hat sich die Slowakei gegen schwedische Saab JAS-39 „Gripen“-Kampfflugzeuge entschieden. Als Grund wurde der Preis genannt. Die F-16-Jets sollen bis Ende 2023 die russischen MiG-29 ersetzen. Die Slowakei ist seit 2004 bei der NATO, die Armee nutzt jedoch noch viel veraltetes, aus der Zeit der Sowjetunion stammendes, Gerät. In den vergangenen Jahren hat die Slowakei das größte Aufrüstungsprogramm seit der Unabhängigkeit des Landes (1993) gestartet. So werden derzeit unter anderem Panzerhaubitzen, gepanzerte Transportfahrzeuge, Hubschrauber und Transportflugzeuge beschafft.

-red-


05.12.2018

Slowenien: Neue tragbare Panzerabwehrwaffen

Die slowenischen Streitkräfte kaufen reaktive Panzerbüchsen vom Typ „Carl Gustaf“ M4, die zwischen 2018 und 2020 ausgeliefert werden sollen.

Slowenien ist das neunte Land, dass die M4-Version der Panzerabwehrwaffe nutzt. Seit 2014 verkauft der schwedische Hersteller Saab diese neue Ausführung der Waffe. Sie zeichnet sich durch niedriges Gewicht (unter sieben Kilogramm), der kurzen Länge (unter einen Meter) und der damit bedingten hohen Mobilität beim Tragen aus. Außerdem ist die Munition von früheren Ausführungen der Waffe mit der neuen Version kompatibel.

Beim Österreichischen Bundesheer ist das „Carl Gustaf“ unter der Bezeichnung „8,4-cm-PAR 66/79“ in Verwendung. Zum Vergleich: Die österreichische Ausführung wiegt circa 16 Kilogramm ohne Zubehör. Kleine Truppenteile des Bundesheeres, unter anderem das Jägerbataillon 25 und das Jagdkommando, verwenden auch die M3-Version, die lediglich elf Kilogramm wiegt.

-red-


04.12.2018

Deutschland: Bilanz Auslandseinsätze

Seit den 1990er-Jahren hat die Deutsche Bundeswehr 53 Einsätze im Ausland absolviert, die schätzungsweise 21,6 Milliarden Euro gekostet haben.

Die erstmalige Auflistung dieser Kosten wurde nach einer Anfrage eines Abgeordneten im Deutschen Bundestag ermittelt. Fast die Hälfte (knapp 10,2 Milliarden Euro) wurde für die NATO-Missionen ISAF und „Resolute Support“ in Afghanistan ausgegeben, wo die Bundeswehr seit 17 Jahren stationiert ist. Die Balkan-Einsätze im Kosovo kosteten 3,5 Milliarden Euro, die in Bosnien und Herzegowina und Kroatien 1,2 Milliarden Euro und die Anti-Terror-Mission „Enduring Freedom“ 1,1 Milliarden Euro. Letztgenannter Einsatz wurde aufgrund der Terror-Anschläge in den USA vom 11. September 2001 durchgeführt. Zurzeit befinden sich 3.500 Bundeswehr-Soldaten in 13 Auslandseinsätzen, die meisten davon in Afghanistan und in Mali.

-red-


03.12.2018

China: Neue Einsatzgrundsätze für Artillerie

Die Panzerhaubitzen-Regimenter der Chinesischen Volksbefreiungsarmee werden gegenwärtig mit neuen Einsatzgrundsätzen vertraut gemacht.

Bis 2018 wurde hauptsächlich auf präzises Schießen Wert gelegt, ohne besonders auf den Eigenschutz zu achten. Nach Auswertung internationaler Erfahrungen und Erkenntnissen bei eigenen Übungen, die nach dem „Spiel der freien Kräfte“ abgelaufen sind, kam die Führung der Volksbefreiungsarmee zu dem Schluss, dass die aktuellen Einsatzgrundsätze an moderne Gefechtserfordernisse angepasst werden müssen.

Ab Winter 2018 werden alle Regimenter auf hohe Manövrierfähigkeit beim Feuergefecht, schnelles Einfahren in die Feuerstellung, Zielaufklärung durch Drohnen, schnelles Schießen und schnellen Stellungswechsel geschult. Außerdem wird die gezogene Artillerie schrittweise durch ungepanzerte, selbstfahrende Haubitzen ersetzt.

-nt-