Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

20.02.2020

Deutschland/USA: NATO-Großübung DEFENDER-Europe 2020

Im April und Mai 2020 veranstalten 19 NATO-Mitgliedsländer die Militärübung „DEFENDER-Europe 2020“.

Die Führung des Manövers übernehmen die USA, Deutschland soll als logistische Drehscheibe und „Host Nation“ eine zentrale Rolle spielen. Geplant ist eine Stationierung von insgesamt 37.000 US-Soldaten, wobei sich 17.000 bereits in Europa befinden. Somit ist die DEFENDER-Europe 2020 (kurz: DEF20) das größte NATO-Manöver seit 25 Jahren. Der Transport der Soldaten, Panzer und Geräte aus Nordamerika wird per Schiff und Flugzeug abgewickelt. Ziel der Übung ist es, die Verfahren zur Verlegung von umfangreichen Kräften aus den USA nach Osteuropa zu üben.

Kritiker sehen in dem Manöver eine bewusste Provokation gegenüber Russland, da die NATO-Truppen in die unmittelbare Nähe der russischen Grenze gebracht werden. Der Zeitpunkt rund um den 75. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus am 8. Mai, die ohne die damalige Sowjetunion nicht möglich gewesen wäre, wird als unpassend angesehen. Auch die Belastung der Umwelt aufgrund des hohen Ressourcenaufwandes wird kritisiert.

-red-


19.02.2020

EU: Neue Militärmission

Die EU-Außenminister haben am 17. Februar 2020 eine neue Militärmission zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen beschlossen.

Das Waffenembargo wurde Mitte Jänner 2020 bei der Libyen-Konferenz in Berlin beschlossen und seitdem bereits mehr als 150 Mal gebrochen. Um das Embargo nun tatsächlich durchzusetzen sollen sowohl Luft- und Satellitenüberwachung als auch Schiffe eingesetzt werden. Die Waffenlieferungen der offiziellen Regierung von Fayiz as-Sarradsch stammen aus der Türkei, der abtrünnige General Khalifa Haftar wird von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland beliefert.

Die neue Militärmission soll die bisherige EU-Mission „Sophia“ im zentralen Mittelmeerraum ersetzen. Österreich und Ungarn hatten in den vergangenen Wochen einen Neustart dieser Mission mit zusätzlichen Schiffe blockiert. Grund dafür war die Vermutung, dass die entsandten Kriegsschiffe weiterhin in Seenot geratene Menschen auf der Flucht retten würden, wozu sie nach geltendem Seerecht verpflichtet sind. Die Kriegsschiffe werden nun östlich von Libyen und damit abseits wichtiger Fluchtrouten stationiert.

-red-


19.02.2020

USA: Umstrukturierung im Pazifik

Der Kommandant der Pacific Air Forces, General Charles Q. Brown, kündigte eine Umstrukturierung der Luftwaffenkräfte der USA im Pazifik an.

13 Stück KC-135 und 16 Stück KC-10 Tankflugzeuge sollen außer Dienst gestellt und durch 15 Stück KC-46A Tankflugzeuge ersetzt werden. Ein Teil der Aufgaben der B-1-Bomber soll künftig auch von anderen Flugzeugen übernommen werden. Zusätzlich sollen wesentlich mehr Hyperschallwaffen bei Pacific Air Forces (PACAF) stationiert werden, um bei einer Konfrontation mit Russland oder China geeignete Waffen zur Verfügung zu haben.

Ab April sollen zwei weitere Staffeln F-35A Kampfflugzeuge nach Alaska verlegt werden. Außerdem arbeitet die Luftwaffe an einem neuen Stationierungskonzept für den Fall einer militärischen Auseinandersetzung mit Russland oder China. Die Hauptziele dabei sind Flughäfen und Häfen in der Region. Die zahlreichen zivilen Flugplätze im pazifischen Raum sollen für den Kriegsfall so organisiert werden, dass Nachschub und Kampfeinsätze auch über diese abgewickelt werden können.

-nt-


18.02.2020

Deutschland: Sicherheitskonferenz in München

Von 14. bis 16. Februar 2020 fand zum 56. mal die Münchner Sicherheitskonferenz statt.

An der Konferenz nahmen Staats- und Regierungsoberhäupter sowie Führungspersonen internationaler Organisationen aus Wirtschaft, Medien und Forschung teil, um die internationale Sicherheitspolitik zu diskutieren. Der Fokus wurde dieses Jahr auf drei Themen gelegt: Die Grundlinien einer europäischen Außenpolitik, die Stärkung der Position der EU in der NATO und die Beziehung zwischen Europa und den USA. Besonders die angespannte Beziehung zwischen China und den USA wurde thematisiert, wobei die Meinungen weit auseinandergingen. Der US-amerikanische Außenminister Michael Pompeo kommentierte diese mit den Worten „the west is winning“, was auf wenig Zustimmung unter den Anwesenden traf.

Begleitend zu der Konferenz erschien der „Munich Security Report“ in welchem das Phänomen „Westlessness“ vorgestellt und analysiert wurde. Dieses beschreibt die wachsende Unsicherheit über die Zukunft des Westens, besonders angesichts aktueller politischer Entwicklungen, wie beispielsweise des Brexits oder des Ausstiegs der USA aus dem Iran-Nuklearabkommen.

-red-


17.02.2020

Venezuela: Militärgroßübung

Von 15. bis 16. Februar 2020 führte das Militär Venezuelas mit verbündeten Milizen ein landesweites Großmanöver durch.

An der zweitägigen Übung beteiligten sich - neben regulären Militäreinheiten - über 2,3 Millionen Milizionäre. Präsident Niciolas Maduro ordnete das Großmanöver aufgrund des vermehrten politischen Drucks aus den USA und anderer Nationen an. Dem von den Vereinigten Staaten unterstützten Präsidentschaftskandidaten Juan Guaido droht in Venezuela die Festnahme.

-red-


17.02.2020

Russland: Neue Bomber-Generation im Test

Am 2. Februar 2020 startete die modernisierte Version des Schwenkflügel-Überschall-Bombers Tu-160M zu ihrem ersten Probeflug.

Im Unterschied zu ihrem Vorgänger verfügt die neue Generation der Tu-160M nun über ein modernes Abwehr- und Kommunikationssystem sowie neue Triebwerke. Sie wurde außerdem mit einer neuen Bewaffnung ausgestattet. Ab 2021 sollen die modernisierten Tu-160M an die russische Luftwaffe ausgeliefert werden.

-nt-


14.02.2020

Indien: Neustrukturierung des Militärs

Der indische Generalstabschef Bipin Rawat kündigte eine umfangreiche Umstrukturierung der Streitkräfte in den nächsten drei Jahren an.

Künftig soll es vereinigte Kommanden des Heeres, der Luftwaffe und der Marine geben. Die genaue Anzahl steht noch nicht fest, aber es wird damit gerechnet, dass ein West- Ost- und Nordkommando aufgebaut wird. Zusätzlich könnten eigene Kommanden für China und Pakistan sowie ein Luftwaffen- und Weltraumkommando und ein Logistik- und Ausbildungskommando geplant sein. Die Luftwaffe soll nach ersten Informationen in jedem Kommando vertreten sein. Durch die neuen Streitkräftekommanden sollen Mannschaft, Waffen, Munition und Material effizienter eingesetzt und die Schlagkraft des Militärs erhöht werden.

Auch beim Pensionsantrittsalter der Soldaten ist eine deutliche Anhebung geplant. Unteroffiziere gehen derzeit durchschnittlich mit 38 Jahren in den Ruhestand. Der Generalstabschef beabsichtigt eine Erhöhung des Unteroffiziers-Pensionsalters auf das Niveau der Offiziere, die erst mit 58 Jahren pensionsberechtigt sind. Die Pensionskosten betragen derzeit fast ein Drittel des Gesamtbudgets der Streitkräfte.

-nt-


14.02.2020

Jeder zweite Millennial rechnet mit 3. Weltkrieg

Laut einer Studie des Roten Kreuzes befürchten 47 Prozent der 20 bis 35-Jährigen in ihrem Leben einen Dritten Weltkrieg miterleben zu müssen.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Millennials rechnet darüber hinaus mit einem Atomwaffeneinsatz innerhalb der nächsten zehn Jahre. Eine Folter feindlicher Kämpfer in Gefangenschaft befürworten 41 Prozent der jungen Erwachsenen - besonders hoch fällt die Zustimmung dafür in Israel, Nigeria und den USA aus. 46 Prozent der Millennials haben noch nie vom Genfer Abkommen gehört, das den Schutz von Kriegsgefangenen und Zivilpersonen in Kriegszeiten regelt. Für die Studie wurden insgesamt 16.000 junge Erwachsene aus 16 Ländern befragt.

-red-


12.02.2020

Israel: Neues Kommandosystem

Das israelische Verteidigungsministerium hat sich für die Einführung des Kommandosystems „Fire Weaver“ des israelischen Rüstungsherstellers Rafael entschieden.

Das System soll die eigenen Streitkräfte künftig mit „Computer Vision Technology“ (computergestützte Lösung von Aufgabenstellungen, die sich an den Fähigkeiten des menschlichen visuellen Systems orientiert; Anm.) und künstlicher Intelligenz ausstatten. Die Kommandanten erhalten damit aus verschiedenen Aufklärungsquellen (Drohnen, Sensoren, Soldaten) ein zusammengefasstes Lagebild, um ihre taktischen Entscheidungen zu treffen. Das Kommandosystem „Fire Weaver“ liefert ein digitalisiertes Kampffeld, das Streitkräften speziell beim Einsatz in urbanem Gelände große Vorteile bringen soll.

-nt-


12.02.2020

USA: Erhöhung des Militärbudgets

Der Budgetentwurf 2021 von US-Präsident Donald Trump sieht eine Steigerung der Militärausgaben um 0,3 Prozent auf rund 740 Milliarden Dollar (etwa 680 Mrd. Euro) vor.

Der Großteil des Geldes soll in die Modernisierung des US-Atomwaffenarsenals fließen. Geplant sind einerseits Programme zur Verlängerung der Lebensdauer von Sprengköpfen aber auch die Entwicklung neuer nuklearer Gefechtsköpfe. Um die Finanzierung sicherzustellen, sollen die Ausgaben für Soziales, Umwelt und Entwicklungshilfe deutlich gesenkt werden. Der Kongress muss den Plänen freilich noch zustimmen. Das US-Gesamtbudget beträgt insgesamt 4,8 Billionen US-Dollar (rund 4,4 Billionen Euro).

-red-